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Fallschirmspringen in Neustadt-Glewe

Versuch einer Chronik

Axel Gotsche


Das Fallschirmspringen in Neustadt-Glewe hat eine lange Tradition.

Diese beginnt 19?? mit dem Beginn der Pilotenausbildung auf dem Flugplatz, der 19?? erbaut wurde.

Eng mit dem Flugplatz verbunden ist die Geschichte des Außenlagers des KZ Wöbbelin.

Nach dem Krieg wurde das Gelände als ??? genutzt, bevor es 19?? an die neu gegründete Gesellschaft für Sport und Technik (GST) übergeben wurde.

Das Fallschirmspringen in der DDR begann im Jahre 1956 mit einem ersten zentralen Lehrgang vom 29.06. - 15.11. in Neuhausen bei Cottbus und Schönhagen bei Berlin. Teilnehmer aus allen Teilen der Republik wurden durch sowjetische Ausbilder mit der Materie vertraut gemacht (vgl. Dieter Strüber in Magazin „Luftsport“ 6/ 2007 Seiten 13 - 14).

Ziel des Lehrganges war es, eigene „Fachkräfte“ in die Bezirke der DDR zu entlassen und nach sowjetischem Vorbild junge Menschen im Rahmen einer vormilitärischen Ausbildung auf ihren Dienst in den bewaffneten Organen vorzubereiten.

Die staatliche Aufgabe war für die Teilnehmer jedoch in den seltensten Fällen Beweggrund, sich dem Fallschirmspringen zuzuwenden. Sie wollten lediglich das Gefühl erleben, aus einem heilen Flugzeug zu springen und am Fallschirm zu hängen.

Das war nur auf dem Weg über die GST möglich und so wurde dieser (Um)Weg gegangen.

Ein Umstand, der für den größten Teil aller Fallschirmspringer in der DDR zutreffend sein dürfte.

Aus dem Norden der Republik war 1956 Udo Varchmin aus Rostock dabei. Er leitete dann die in der ?? gegründete erste Fallschirmspringergruppe mit ?? interessierten Jugendlichen.

Dazu gehörte auch Peter Garbe (nach Entzug seiner Kaderbestätigung wegen Westkontakten begann Peter nach der Wende 19 als 55-jähriger ?? wieder mit dem Springen und ist heute noch im Verein aktiv).

Weitere Protagonisten „der ersten Stunde/n“ waren im Norden der DDR ????

Andere Gruppen (Sektionen Fallschirmsport) entstanden in GST- Grundorganisationen von Schulen, Betrieben und Einrichtungen u.a. in Schwerin (??), Neubrandenburg (??), Güstrow (??), ???.

In den Sektionen fanden insbesondere die Theorie-, Sport- und Packausbildung in regelmäßigen Ausbildungszyklen statt. Haupt- und ehrenamtliche Ausbilder vermittelten das notwendige Wissen und Können.

Bei den Ausbildern handelte es sich i.d.R. um ehemalige Kameraden, die den fallschirmspringerischen Weg selbst gegangen waren und sich weiterqualifiziert hatten.

19?? wurde das Bezirksausbildungszentrum Flug- und Fallschirmsprungausbildung (BAZ FFA) in Neustadt- Glewe mit dem Ziel gegründet, für die 3 Nordbezirke zentrale Aus- und Weiterbildungsstätte zu sein. Durch die Dezentralisierung der Ausbildung sollten vor allem die wachsenden zahlenmäßigen Anforderungen an gut vorbereiteten Soldaten besser Rechnung getragen werden können.

Zu den hauptamtliche Ausbildern für den Fallschirmsprung gehörten in Neustadt u.a. Kurt „Kuddel“ Abramowski (19??- 1990), Hartmut „Beule“ Beutler (19??- 19??), Norbert „Kögel“ Kögler (19??- ??), Ralf Brede (19??- ??), Günter Gatter (Fallschirmwart 19??- ?? und 19??- ??), Frank „Schoko“ Gaevert (19??- ??).

Im BAZ absolvierten die durch die „Kaderüberprüfung“ (s.u.) gekommenen KameradInnen in Lehrgangsform vor allem die sprungpraktische Ausbildung.

In den Jahren 19??-?? fand diese aus „Sicherheitsgründen“ ausschließlich in Halle-Oppin statt.

Für die Teilnahme an den Lehrgängen wurden Teilnehmer und ehrenamtliche Ausbilder von ihrer Schul- oder Lehrausbildung bzw. der Arbeit freigestellt.

Das konnte dazu führen, dass die Sommermonate nahezu komplett auf dem Flugplatz verbracht werden konnten.

Trotzdem hielten sich die Sprungzahlen auch der Ausbilder nach heutigen Maßstäben in Grenzen. Bei maximal 6 Sprüngen am Tag war man mit 3- oder gar 4-stelligen Sprungzahlen ein absoluter „Held“.

Mit den Jahren steigend wurden immer mehr Jugendliche für die Fallschirmsprungausbildung geworben und aufgenommen (Zahlen ?).

Dabei gehörten die Fallschirmspringer immer zu den Exoten im gesamten GST- Ausbildungsangebot. Sie waren vor und während der Armeezeit stets mit dem „Mythos Fallschirmjäger“ behaftet- allerdings ein nicht zu unterschätzendes Entscheidungskriterium für das Gros der männlichen Teilnehmer.

Diese wurden in der Tat in erster Linie ausgewählt, um in den bewaffneten Organen der DDR gut vorbereitet ihren Dienst beginnen zu können (z.B. Fallschirmjäger, Aufklärer, Fallschirmdienst der Luftstreitkräfte).

Die Mädchen wurden vor allem geworben, um Talente für die (leistungs-)sportliche Laufbahn zu finden. So begann z.B. auch Babara Harzbecker, mehrfache Weltmeisterin im Ziel- und Figurenspringen der 70er und 80er Jahre, ihre Ausbildung in Neustadt ??.

Wichtigste Voraussetzung, um an der Ausbildung teilnehmen zu dürfen, waren jedoch nicht Interesse oder körperliche Eignung des einzelnen, sondern eine „kaderpolitische Bestätigung“.

Dabei wurden vor allem die sog. „Westkontakte“, die „Haltung zur Politik der DDR“ sowie das „gesellschaftliche Engagement“ beleuchtet.

Da konnten dann schon die Oma im Westen oder der selbst erzählte Honecker- Witz zum ko- Kriterium werden.

Im Verlauf der Ausbildung und der Ausübung des Fallschirmspringens wurde diese Überprüfung jährlich wiederholt. Wer keinen Kaderstempel (mehr) bekam, durfte nicht auf den Flugplatz (die Wache kontrollierte den umzäunten Platz für Flugzeuge und Gebäude) und damit zum Springen und musste das Fallschirmspringen aufgeben.

Dieses Schicksal konnte jeden, auch leistungsstarke KameradInnen oder (ehrenamtliche) Ausbilder treffen.

„Erster Akt“ nach dem Eintreffen auf dem Flugplatz war nach der Überprüfung der Identität durch die Wache die Anmeldung bei den Verantwortlichen und die Rückzahlung des Fahrgeldes.

Die Teilnahmegebühr für die gesamte Ausbildung bzw. Qualifizierung betrug i.d.R. 2,- Mark ¼- jährlich.

Ausrüstung, Ausbildung, Material, Unterkunft, Verpflegung etc. waren kostenlos.

Der Tagesablauf auf Lehrgängen war bereits an die späteren militärischen Gepflogenheiten angelehnt und galt in den wesentlichen Eckpunkten für alle Teilnehmer:

  • 06.00 Wecken, danach 20 min. Frühsport,
  • anschließend Morgentoilette, Revierreinigung, Frühstück
  • 07.30 Morgenappell (hier genannt „Geben letzter Weisung“)
  • 08.00- 17.00 Sprung-/ Ausbildungsbetrieb,
  • danach Vorbereitung des nächsten Tages, Freizeit, Abendessen, Revierreinigen
  • 22.00 Nachtruhe  

Die springerische Ausbildung wurde in 2 Hauptrichtungen durchgeführt und war zu Beginn im „Programm D“ für alle Teilnehmer gleich.

Dabei wurden mindestens 12 Rundkappensprünge aus 600m absolviert - beginnend mit dem Einzelabsprung über „ZÖ“ (zusätzliches Öffnen des Rettungsfallschirmes) bis zum Gruppenabsprung von 12 Springern.

Danach teilte sich das Programm in die weitere (vor-)militärische Ausbildung und den Wehrsport.

In der (vor-)militärischen Ausbildung kamen zu den fallschirmspringerischen weitere Themen hinzu. Dazu gehörten u.a. Sport-, Schieß-, Kfz-(mit dem Erwerb des LKW-Führerscheines für insgesamt 60,- Mark), Topografie-, Nachrichten- und Sanitätsausbildung.

Zu den jährlichen Höhepunkten gehörte in diesem Ausbildungsgang die sog. „Bestenermittlung Fallschirmjäger auf DDR-Ebene“. Dafür wurden gezielt die leistungsstärksten Teilnehmer jedes Jahrganges zusätzlich gefördert.

Die Mannschaften aus Neustadt- Glewe gehörten in jedem Jahr zu den Medaillenanwärtern. Eine besonders leistungsstarke Gruppe (Grohmann, Thoms, Ullmann, Mildenstrey) konnte dabei 19?? sogar die Mannschaft des Fallschirmjägerbatallions schlagen.

Zugang zur wehrsportlichen Ausbildung hatten interessierte weibliche und männliche (i.d.R. nach ihrer Armeezeit) Bewerber. Allerdings hielt sich die Anzahl der männlichen „Rückkehrer“ im Verhältnis zu den zum Ehrendienst verabschiedeten Kameraden in überschaubaren Grenzen. Sehr vielen begeisterten Beginnern wurde während der Armeezeit durch die begleitenden Aufgaben das Fallschirmspringen verleidet.

In dieser Ausbildung konnte man verschiedene Zusatzqualifikationen und Berechtigungen erwerben.

Dazu gehörten z.B. der Erwerb der Fallschirmsprunglizenz (Programm E- Freifall), die Berechtigung zum Springen mit Flächenfallschirmen (Programm F), Kappenrelativspringen (Programm G), Freifallformationsspringen (Programm H) oder die Ausbildung zum Fallschirmsprunglehrer oder -packer.

Teilnehmer, die durch besondere sportliche Leistungen „auffällig“ wurden, hatten die Möglichkeit, zum GST- Fallschirmsportclub nach Halle-Oppin delegiert zu werden. Dort wurde neben dem Fallschirmsportclub „Dynamo Hoppegarten“ der DDR-Leistungssport im Fallschirmspringen betrieben.

Die DDR- Sportler zählten in den 70er und 80er Jahren zu den leistungsstärksten der Welt insbesondere in den sog. Klassischen Disziplinen (Ziel- und Stilspringen).

Die eingesetzte Fallschirmtechnik entwickelte sich im Laufe der Jahre ständig weiter.

Kam in den 50er und 60er Jahren vor allem sowjetische (PTCH) und tschechische (UT-15) Technik zum Einsatz, wurden ab den 70er Jahren in der DDR produzierte Fallschirme aus Seifhennersdorf gesprungen. Hervorzuheben sind die Rundkappenfallschirme RS- 4/3 C, RS- 8 und RS- 9 sowie die Rundkappenreserve BE- 8. Ab Ende der 70er kamen Flächenfallschirme RL 10- 16 in die Ausbildung.

Mit dem Ende der DDR wurde die Hauptaufgabe der Fallschirmsprungausbildung, die vormilitärische Ausbildung, hinfällig. Mithin bestand die Gefahr, dass im Zuge der gesellschaftlichen Veränderungen die Basis des Fallschirmspringens insgesamt mit abgeschafft wird.

Nun ging es darum, die Existenz des FALLSCHIRMSPORTS zu sichern!

Dazu mehr im Kapitel „Der FSCM e.V.“.

Anfahrt Neustadt-Glewe

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